Nächster Halt: KI
Die KI hat in der Erstellung bzw. Bildbearbeitung längst das Zepter übernommen. Um herauszufinden, ob ein Bild mit Künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet wurde, gibt es verschiedene Ansätze. Da sich die Technologie jedoch ständig weiterentwickelt, ist oft eine Kombination aus eigener visueller Prüfung und technischen Hilfsmitteln am sichersten.
Hier sind die wichtigsten Methoden und Anhaltspunkte:
1. Technische Signale und Metadaten
Moderne Technologien bieten standardisierte Möglichkeiten, um den Ursprung von Bildern nachzuvollziehen:
- Content Credentials: Viele Kamerahersteller, Software-Anbieter (wie Adobe) und KI-Plattformen betten mittlerweile kryptografische und sichere Datensätze in Bilddateien ein. Diese sogenannten Content Credentials dokumentieren die Herkunft und Bearbeitungshistorie einer Datei. Wenn solche Signale vorhanden sind, lässt sich genau nachvollziehen, welche Tools an der Erstellung oder Veränderung beteiligt waren.
- Wasserzeichen: Einige KI-Anbieter (darunter Google) betten unsichtbare digitale Wasserzeichen direkt in die Pixelmuster von KI-generierten Bildern ein. Selbst wenn das Bild bearbeitet oder komprimiert wurde, lassen sich diese Wasserzeichen oft noch maschinell erkennen, um festzustellen, ob das Bild von einer KI stammt.
- Hinweis: Keine technische Methode ist zu 100 % narrensicher, da Metadaten leicht entfernt oder Bilder stark verändert werden können. Sie dienen daher als starkes Indiz, sollten aber immer im Kontext betrachtet werden.
2. Visuelle Indizien
KI generierte Bilder weisen oft typische Fehler oder Merkmale auf, die bei echten Fotografien selten sind. Achte darauf:
- Hände und Gliedermaßen: Hände sind für KI historisch schwer darzustellen. Achte auf eine unnatürliche Anzahl von Fingern, seltsam verschlungene Gelenke oder fehlende Daumen. Auch Füße und Ohren sehen oft unvollständig oder verzerrt aus.
- Symmetrie und Muster: Unregelmäßigkeiten in Mustern (z. B. bei Kleidung, Ziegelwänden, Zäunen oder Architektur) oder asymmetrische Elemente (wie unterschiedlich geformte Ohrringe, Brillenbügel oder Augen) sind häufig.
- Schrift und Text: Text auf Schildern, T-Shirts oder Dokumenten in KI-Bildern sieht oft aus wie Kauderwelsch, erfundene Buchstaben oder verschwommene Symbole.
- Beleuchtung und Schatten: Stimmen die Lichtquellen überein? Manchmal wirft ein Objekt Schatten in eine ganz andere Richtung als es die Lichtquelle vermuten lässt, oder Reflektierungen in Augen und Brillen passen nicht zur Umgebung.
- Hintergrunddetails: Der Fokus im Vordergrund kann scharf sein, während der Hintergrund seltsam verschwommen oder ineinander verschmolzen wirkt. Gesichter von Personen im Hintergrund sind oft stark verzerrt.
3. Rückwärtssuche und Kontextprüfung
- Rückwärts-Bildersuche: Lade das Bild in eine Suchmaschine hoch, um zu sehen, wo es im Internet bereits aufgetaucht ist. Oft findest Du so den ursprünglichen Kontext, die Quelle oder den Hinweis darauf, dass es sich um ein bekanntes KI Experiment handelt.
- Hinterfragedie Quelle: Stammt das Bild von einer vertrauenswürdigen Agentur oder offiziellen Webseite oder wurde es anonym in sozialen Netzwerken verbreitet?